Please don’t quit

25.7.1991
"East-Side-Gallery", gelegen zwischen der Jannowitzbrücke und der Oberbaumbrücke.
Reste der Berliner Mauer, die nach der Öffnung von vorwiegend ostdeutschen Künstlern auf der Ost-Seite bemalt wurden.

Nie liebte ich eine Engländerin. Und auch keine Frau aus dem restlichen angelsächsischen Raum. Meine Frauen waren immer deutschsprachig. Ich bin kein nationalistischer Romantiker. Ich reise nur nicht gern. Allerdings habe ich mich überdurchschnittlich oft in Frauen verliebt, die für einzelne Sätze ins Englisch wechselten. Man könnte sagen: I have a thing for this kind of women. Weiterlesen

Nichts als Fotos im Kopf

Als Student habe ich nicht viel geknutscht. Der Grund: Ich habe Medienwissenschaft studiert. Mein Schwerpunkt lag im Feld der Fotografietheorie. Als Steckenpferd ist die Fotografietheorie so sexy wie das Wort Steckenpferd. Bis jetzt, so hoffe ich. Denn der Boulevard hat sich meines Themas angenommen. Die Berliner Zeitung BZ machte ihre Rubrik „Gesellschaft“ gestern mit folgendem Foto auf:

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Auf dem Bild zu sehen ist (laut BZ) der Schauspieler und Theaterleiter Dietmar Hallervorden in den Armen einer Frau. Der Artikel von Claudia von Duehren trägt den Titel „Didi hat Knutschen im Kopf“. Pikant an der Sache: Die Frau ist nicht Hallervordens Ehefrau. Die BZ rief bei Frau Hallervorden an, die Didis Knutschen mit den Worten dementierte: „Das kann nicht sein. Wir feiern in zwei Tagen Silberne Hochzeit.“ Der Artikel der BZ endet mit den Worten: „Die Fotos sprechen eine andere Sprache …“

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Petzen gegen Hetzer

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Heute sah ich meiner Facebook-Timeline folgenden Post.

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Um das vorweg zu nehmen: Ich kenne mich mit kenFm nicht gut aus. Ich weiß, dass Ken Jebsen Pegida und dem Verlag Compact nahe steht, also Leuten die gerne Wörter wie „Verschwörung“ oder „Deutschland“ sagen. Ich halte es daher zumindest auch für möglich, dass auf seiner Seite antisemitische Inhalte gepostet werden. Immerhin musste er ja auch wegen antisemitischer Aussagen seinen Job beim RBB aufgeben. In diesem Blogpost geht es mir aber nicht um kenFM, sondern nur um eine kleine Stil-Analyse des abgebildeten Facebook-Posts. Weiterlesen

Die Traurigkeit der Bürgersteige

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Ich werde gerne angelächelt. Auch ganz spontan mal, z.B. von Passanten auf der Straße. Ich bin nicht misstrauisch und befürchte nicht, dass der Lächler nur lächelt, weil er mir  einen Bausparvertrag andrehen, mich zu einem Revolverheld-Konzert einladen oder noch Schlimmeres antun will. Alles sehr unwahrscheinlich, denke ich mir, und lächele freundlich zurück. Das klingt erstmal üblich, ist es aber leider nicht. Weiterlesen

Drama einer Kultur

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Smudo, ein Rapper der Fantastischen Vier, hat auf einer Pressekonferenz eine Facebook-Sprecherin beleidigt. Er hat zu ihr gesagt, sie verhalte sich „wie eine Kakerlake, wenn das Licht angeht.“ Smudo wollte nämlich Licht ins Dunkle einer Frage bringen. Und zwar, wie viele Leute gerade damit beschäftigt sind, Facebook-Posts von rechten Hetzern zu löschen. Und weil die Facebook-Sprecherin die Frage nicht beantworten wollte, kam dann der Kakerlaken-Vergleich. Unschöne Sache, trotzdem bekommt Smudo gerade viel Applaus. Und zwar wo? Genau: Auf Facebook von Facebook-Usern. Weiterlesen

Mehr Zeit für Ihre Liebsten – 7 Tipps

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1. Gehen Sie sofort zu Punkt 7 über. Damit sparen Sie Zeit für Ihre Freunde und die Familie.

2. Verbringen Sie mehr Alltag mit Ihren Freunden. Putzen Sie doch mal mit ihnen Zähne. Bei sorgsamer Mundhygiene inklusive der Verwendung von Zahnseide sind das mindestens 2 mal 7 Minuten pro Tag, die Sie mit den Menschen verbringen, die Ihnen wichtig sind. Zudem vertiefen Sie ganz nebenbei täglich Ihre Freundschaft. Gemeinsame Hygiene schweißt zusammen. Weiterlesen

Wie ich dank der Bundeswehr zum Schreiben kam

Zentralbild         
Wehrbezirkskommando VI in der Potsdamer Privatstr. 121 
Musterung zur Dienstpflicht in der faschistischen deutschen Wehrmacht. 
(Aufnahme Juni 1935)
20543-35
[Scherl Bilderdienst]

Verehrte Bundeswehr,

heute vor fünf Jahren wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Ich bedaure das und ich möchte betonen, dass ich diese Entscheidung niemals unterstützt habe. Ich selbst habe den Kriegsdienst zwar verweigert, aber – das ist mir wichtig – stelle in keiner Weise den Sinn desselben in Frage. Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte. Beim Anblick jüngerer Männer denke ich oft, dass sie überhaupt nicht wissen, wo sie im Leben stehen und was sie draus machen sollen und dass sie zu viel Wert auf ihre Frisuren legen. Ist es nicht das, wogegen die Bundeswehr über Jahrzehnte gekämpft hat? Weiterlesen